erste extraterristische spaßbotschaft für SIE …

-3 mihi ipsi scripsi 015

-2 was darf ich schreiben? 030

-1 eine neue zeitrechnung für die welt 043

0 die null – der kleine freche kobold 057

1 was treiben bloß die philosophen? 069

2 was war nochmal die frage? 083

3 warum glauben wir, was wir glauben? 096

4 dieser mann ist kein prophet! er täuscht euch! 110

5 die spielerischen denk-optionen der philosophen 128

6 wie kommt der schwips in den geist? 145

7 die geniale schnapsidee vom essbaren gott 158

8 mama hat gesagt: „kind, du bist kein zombie …“ 171

9 wie die wirklichkeit wirklich ist 187

10 der ultimative großvaterschaftstest 203

11 was ist der mensch? –
homo religiosus & homo rapiens 219

12 was ist der mensch? –
das beleidigte nicht-tier 241

13 freitag, der 13te … 258

14 die katzen: schöpfung & sündenfall –
sexy interpretiert 282

15 mord in der parallelwelt 294

 

 

 

buch 1

verlag: edition winterwork

ISBN: 9-3-96014-359-8

preis: 20,90€

 

buch 2

in vorbereitung

 

 

frommes
gebet [ge.beet] für den welterfolg!

oder

20.90€
gebet [gee.bet] für den welterfolg!

 

höret, alles volk auf erden
möget ihr erleuchtet werden
durch zwei wundersame katzen
die an jahwes image kratzen

 

mit der hilfe zarter wesen –
nicht mal vom planeten erde
könnt ihr pfiffiges wohl lesen –
dass ein megahit draus werde

 

und die botschaft dieser stunde
hier ergeht nun frohe kunde
an die herren und die damen –
geht und kauft in jesu namen!

amen

 

 

 

 

leseproben buch 1

auszug aus …

kapitel 3: warum glauben wir, was wir glauben?

 

ich misstraue dir zutiefst! machst du geheime geschäfte mit dem teufel? eventuell sogar krumme geschäfte? ich wage es kaum auszusprechen: vielleicht teuflische geschäfte? schwarze magie? geisterbeschwörungen? satanische messen? – puh! ich bekomme eine panikattacke!

beruhige dich doch! du bist nur abergläubisch. es gibt keinen teufel!

mein liebster pelzbusenfreund! als bekennender katholischer kater warne ich dich eindringlich vor den finsteren machenschaften des teufels! deine seele ist in allergrößter gefahr! das ist kein aberglaube, sondern unbezweifelbarer bestandteil meines christlichen glaubens, für den ich unablässig zeugnis ablege. jesus höchstselbst trieb die bösen geister aus, denn diese sind die, nicht minder finsteren gehilfen des teufels.

huch! dein jesus war ein abergläubischer exorzist? steht das etwa auch in dieser bibel? – und sowas glaubst du?

gewiss! so steht es geschrieben in matthäus 8.31 und 8.32: „da baten ihn die bösen geister und sprachen: willst du uns austreiben, so laß uns in die herde säue fahren. und er sprach: fahret hin! da fuhren sie aus und fuhren in die säue. und siehe, die ganze herde stürzte sich den abhang hinunter ins meer und sie ersoffen im wasser.“

kicher, kicher! ich hopse vor vergnügen! derartiges hab ich nie zuvor gehört! das ist ja eine megakrasse story! neulich erzähltest du von einem herabfahrenden heiligen geist und nun berichtest du von hinfahrenden bösen geistern, die in einen schweren auffahrunfall mit schweinen verwickelt waren. diese flotten geister fahren bestimmt mit getunten mopeds und verstoßen ständig gegen die himmlische verkehrsordnung.

du sollst dich nicht über die bibel lustig machen! das erzürnt gott.

hi, hi! dieses buch, das die menschen eine heilige schrift nennen, scheint wohl das ultimativeste komikerbuch zu sein, das menschen jemals verfasst haben. du musst mir unbedingt noch seeehr viel mehr davon erzählen! – aber im ernst: ich habe größtes mitgefühl mit den armen schweinen, die bei dieser extraterristischen schweinerei zu tode kamen. und ich bestehe weiterhin darauf: den teufel gibt es gar nicht!

doch auch du, mein lieber kater sokrates sprichst stets vom teufel. sage mir: von wem sagst du, dass er nicht existiert? der ausdruck existenz ist doch eine ontologische kategorie.

lass dich umfassend bewundern! in allerkürzester zeit bist du zu einem gefährlichen philosophischen gegenspieler geworden. ich werde mich fortan vor deinen scharfsinnigen fragen in acht nehmen müssen.

halleluja! meine seele lobpreise den herrn! gnadenvolle erleuchtung wurde mir soeben zuteil. – aber sage mir: wie beantwortest du nun meine frage?

dem teufel kommt keine existenz im ontologischen sinne zu, sondern nur im semantischen sinne. wir philosophen sprechen in diesem fall von ‚semantischer existenz’.

das habe ich ja noch nie gehört. und was bedeutet das?

semantik ist eine teildisziplin der philosophie. sie ist die lehre von der bedeutung der ausdrücke, die wir beim sprechen und schreiben verwenden.

kannst du mir ein beispiel nennen?

denke an den ausdruck pegasus. dieses wesen ist bloß ein hirngespinst der menschen und meint ein geflügeltes pferd. obwohl der pegasus keine ontologische existenz hat, kommt ihm doch eine semantische existenz zu, wenn wir ihn zur veranschaulichung philosophischer probleme verwenden.

verstehe ich dich richtig: auch wir katzen haben bloß eine semantische existenz, weil wir nur in dieser kätzerischen religions-philosophischen satiere für gewiefte spaßvögel vorkommen?

tirili, tirili! du sagst es! wir – ich betone – wir sind es nämlich gar nicht, die dieses buch schreiben. in wirklichkeit sind es zwei ganz besonders finstere gestalten, die uns das buch nur unter die pfoten schieben wollen.

ich bin verwirrt! ich dachte bislang, dass wir es sind, die diese kätzerische satiere schreiben und diese gefährliche schrift dann anderen in die schuhe schieben, bevor wir sie bei unserer gott-wohlgefälligen haustürmission verticken.

das ist ja gerade das teuflische!

puh! wer versteht denn sowas?

 

 

 

auszug aus …

kapitel 5: die spielerischen denk-optionen der philosophen

 

gut! dann sage mir zuerst: wer ist eigentlich ‚ich’?

na ich! wer denn sonst?

also du bist ‚ich’? das kann ja wohl nicht stimmen.

nein, ich meine es so: du bist ‚du’ und ich bin ‚ich’.

verstehe ich dich richtig: du bist ‚ich’ und ich bin ‚du’? ich glaube fast, du willst mich hinter die fichte führen.

hinter welche fichte? ich kenne keine fichte.

das ist eine redensart der menschen, wenn sie andeuten wollen, dass sie beabsichtigen, fortan den fichte zu zitieren.

wer ist denn der fichte?

der philosoph fichte ließ sich von seinem namen ‚f-ich-te’ inspirieren und entwickelte eine witzige philosophie vom ‚ich’ und vom ‚nicht-ich’.

aha! und was ist das ‚nicht-ich’?

alles, was nicht ich ist.

puh! wer versteht denn sowas?

das ist doch einfach. sagte fichte einst zu seiner frau: „mein ich hofft, das nicht-ich hat etwas leckeres für mein ich gekocht.“ antwortete frau fichte: „mein ich denkt ja gar nicht daran, dem nicht-ich etwas leckeres zu kochen. möge das nicht-ich doch höchstselbst für sein ich sorgen.“

das ist doch alles unsinn! wer denkt sich denn sowas aus? ich glaube, du willst mich nur necken, du fidel mops.

wow! wie klug du bist! ich sagte dir doch, dass ich dich hinter die fichte führen will.

das stimmt so nicht! du sagtest, dass ich dich hinter die fichte führen will. nun aber willst du mich hinter die fichte führen.

genau! ich sagte, dass du mich hinter die fichte führen willst.

geht das schon wieder los?

die wörtchen ‚ich’ und ‚du’ sind indexikalische ausdrücke. ihre bedeutung hängt davon ab, wer sie ausspricht.

puh! darauf wäre ich ja nie gekommen.

aber wie verhält es sich nun mit dem identitätsproblem?

ich sagte ja schon: „ich bin ich!“