leseproben buch 1

 

auszug aus sketch 3: warum glauben wir, was wir glauben?

 

ich misstraue dir zutiefst! machst du geheime geschäfte mit dem teufel? eventuell sogar krumme geschäfte? ich wage es kaum auszusprechen: vielleicht teuflische geschäfte? schwarze magie? geisterbeschwörungen? satanische messen? – puh! ich bekomme eine panikattacke!

beruhige dich doch! du bist nur abergläubisch. es gibt keinen teufel!

mein liebster pelzbusenfreund! als bekennender katholischer kater warne ich dich eindringlich vor den finsteren machenschaften des teufels! deine seele ist in allergrößter gefahr! das ist kein aberglaube, sondern unbezweifelbarer bestandteil meines christlichen glaubens, für den ich unablässig zeugnis ablege. jesus höchstselbst trieb die bösen geister aus, denn diese sind die, nicht minder finsteren gehilfen des teufels.

huch! dein jesus war ein abergläubischer exorzist? steht das etwa auch in dieser bibel? – und sowas glaubst du?

gewiss! so steht es geschrieben in matthäus 8.31 und 8.32: „da baten ihn die bösen geister und sprachen: willst du uns austreiben, so laß uns in die herde säue fahren. und er sprach: fahret hin! da fuhren sie aus und fuhren in die säue. und siehe, die ganze herde stürzte sich den abhang hinunter ins meer und sie ersoffen im wasser.“

kicher, kicher! ich hopse vor vergnügen! derartiges hab ich nie zuvor gehört! das ist ja eine megakrasse story! neulich erzähltest du von einem herabfahrenden heiligen geist und nun berichtest du von hinfahrenden bösen geistern, die in einen schweren auffahrunfall mit schweinen verwickelt waren. diese flotten geister fahren bestimmt mit getunten mopeds und verstoßen ständig gegen die himmlische verkehrsordnung.

du sollst dich nicht über die bibel lustig machen! das erzürnt gott.

hi, hi! dieses buch, das die menschen eine heilige schrift nennen, scheint wohl das ultimativeste komikerbuch zu sein, das menschen jemals verfasst haben. du musst mir unbedingt noch seeehr viel mehr davon erzählen! – aber im ernst: ich habe größtes mitgefühl mit den armen schweinen, die bei dieser extraterristischen schweinerei zu tode kamen. und ich bestehe weiterhin darauf: den teufel gibt es gar nicht!

doch auch du, mein lieber kater sokrates sprichst stets vom teufel. sage mir: von wem sagst du, dass er nicht existiert? der ausdruck existenz ist doch eine ontologische kategorie.

lass dich umfassend bewundern! in allerkürzester zeit bist du zu einem gefährlichen philosophischen gegenspieler geworden. ich werde mich fortan vor deinen scharfsinnigen fragen in acht nehmen müssen.

halleluja! meine seele lobpreise den herrn! gnadenvolle erleuchtung wurde mir soeben zuteil. – aber sage mir: wie beantwortest du nun meine frage?

dem teufel kommt keine existenz im ontologischen sinne zu, sondern nur im semantischen sinne. wir philosophen sprechen in diesem fall von ‚semantischer existenz’.

das habe ich ja noch nie gehört. und was bedeutet das?

semantik ist eine teildisziplin der philosophie. sie ist die lehre von der bedeutung der ausdrücke, die wir beim sprechen und schreiben verwenden.

kannst du mir ein beispiel nennen?

denke an den ausdruck pegasus. dieses wesen ist bloß ein hirngespinst der menschen und meint ein geflügeltes pferd. obwohl der pegasus keine ontologische existenz hat, kommt ihm doch eine semantische existenz zu, wenn wir ihn zur veranschaulichung philosophischer probleme verwenden.

verstehe ich dich richtig: auch wir katzen haben bloß eine semantische existenz, weil wir nur in dieser kätzerischen religionsphilosophischen satiere für gewiefte spaßvögel vorkommen?

tirili, tirili! du sagst es! wir – ich betone – wir sind es nämlich gar nicht, die dieses buch schreiben. in wirklichkeit sind es zwei ganz besonders finstere gestalten, die uns das buch nur unter die pfoten schieben wollen.

ich bin verwirrt! ich dachte bislang, dass wir es sind, die diese kätzerische satiere schreiben und diese gefährliche schrift dann anderen in die schuhe schieben, bevor wir sie bei unserer gottwohlgefälligen haustürmission verticken.

das ist ja gerade das teuflische!

puh! wer versteht denn sowas?

 

auszug aus sketch 5: die spielerischen denk-optionen der philosophen

 

gut! dann sage mir zuerst: wer ist eigentlich ‚ich’?

na ich! wer denn sonst?

also du bist ‚ich’? das kann ja wohl nicht stimmen.

nein, ich meine es so: du bist ‚du’ und ich bin ‚ich’.

verstehe ich dich richtig: du bist ‚ich’ und ich bin ‚du’? ich glaube fast, du willst mich hinter die fichte führen.

hinter welche fichte? ich kenne keine fichte.

das ist eine redensart der menschen, wenn sie andeuten wollen, dass sie beabsichtigen, fortan den fichte zu zitieren.

wer ist denn der fichte?

der philosoph fichte ließ sich von seinem namen ‚f-ich-te’ inspirieren und entwickelte eine witzige philosophie vom ‚ich’ und vom ‚nicht-ich’.

aha! und was ist das ‚nicht-ich’?

alles, was nicht ich ist.

puh! wer versteht denn sowas?

das ist doch einfach. sagte fichte einst zu seiner frau: „mein ich hofft, das nicht-ich hat etwas leckeres für mein ich gekocht.“ antwortete frau fichte: „mein ich denkt ja gar nicht daran, dem nicht-ich etwas leckeres zu kochen. möge das nicht-ich doch höchstselbst für sein ich sorgen.“

das ist doch alles unsinn! wer denkt sich denn sowas aus? ich glaube, du willst mich nur necken, du fidel mops.

wow! wie klug du bist! ich sagte dir doch, dass ich dich hinter die fichte führen will.

das stimmt so nicht! du sagtest, dass ich dich hinter die fichte führen will. nun aber willst du mich hinter die fichte führen.

genau! ich sagte, dass du mich hinter die fichte führen willst.

geht das schon wieder los?

die wörtchen ‚ich’ und ‚du’ sind indexikalische ausdrücke. ihre bedeutung hängt davon ab, wer sie ausspricht.

puh! darauf wäre ich ja nie gekommen.

aber wie verhält es sich nun mit dem identitätsproblem?

ich sagte ja schon: „ich bin ich!“

 

 

leseproben buch 2

 

auszug aus sketch 0: die religionen: ungeheuer mit giftzähnen

 

vergleiche den himmelskomiker mit einer münze, die zwei seiten hat: der homo religiosus zeigt eine sonnige vorderseite und eine finstere rückseite. doch woher kommt seine doppelseitigkeit? der grund liegt tief verborgen in den untiefen seiner scheinheiligen schriften. wir fragelustigen philosophen fragen folgerichtig frech nach der gefährlichen rückseite der religion.

puh! nichts als halbüble nachrede!

keineswegs! die drei abrahamitischen religionen befördern subtil 1. die selbstbeweihräucherung, 2. die gewalt und 3. die verlogenheit! sie sind potenziell furchteinflößende ungeheuer mit giftzähnen! dies besagt die fräulein-flausch-these! und ich, kater sokrates von und zu mäusewitz, bin berufen, dies der schockierten welt zu offenbaren. das weiß bloß noch keiner.

respekt! soviel missionarischen eifer traute ich dir gar nicht zu. bitte erläutere mir detailliert die fräulein-flausch-these!

meine liebreizende nachbarin, die samtpfötige perserkatzendame fräulein flausch, expertin für die misshandlung von wollsocken und zuständig für alle fragen zur erlösung vom bösen, verriet mir neulich unglaubliches. „lieber kater sokrates“, säuselte sie, „hast du es schon bemerkt: die scheinheiligen schriften sind die toxischen hirngespinste von giftzwergen? in ihren fratzen wachsen sieben gruselige, aber heilige giftzähne. höchste zeit für eine spaßige religionskritik! tu was!“

uff! ich grusele mich! bitte teile fräulein flausch unverzüglich mit, dass ich tapfer die gegenthese vertrete: hier geht es um die edelsten glaubensinhalte, die von allen gläubigen ehrfürchtigst gepriesen und sogar von den gottlosen insgeheim bewundert werden.

giftzahn nr. 1: die abrahamitischen religionen befeuern die gier nach selbstbeweihräucherung und selbstbewunderung. in dem faszinierenden buch von haller von 2413 n. sok. ‚die narzissmusfalle’ finden wir die vier-e-merkmale eines ungezügelten narzissmus: 1. der ego-großartigkeitswahn, 2. die entwertung anderer, 3. der empathiemangel und 4. die empfindliche abwehr skeptischer fragen. die gläubigen sind extrem selbstverliebt und lechzen nach hochglanz-ego-politur. sie sprechen zu ihresgleichen: „es soll uns keineswegs genügen, nur mensch zu sein!“ folglich plustern sie sich auf und vergleichen sich mit einem gott, den sie zuvor zu ihrer eigenen verherrlichung erfanden. sie raunen sich begeistert zu: „wir verkünden: ‚nicht wir sagen es, sondern gott sagt es.’ was für ein geniestreich!“ sie akzeptieren in ihren heiligen schriften nur einen herrn über sich, den sie selbst nach ihren vorlieben entworfen haben, doch sie verschweigen, dass sie die erfinder sind. die entlarvung als hi-hi-hirngespinst wehren sie beleidigt ab. zur verschleierung ihres narzissmus preisen sie sich als demütig vor dem herrn.

puh! ein garstiger vorwurf gegen das erhabene wort gottes! deine kätzerische these lautet: das wort gottes ist giftiges menschenwort!

in 1. mose 1.27 lesen wir: „gott schuf den menschen zu seinem bilde.“ was würde wohl ein gott dazu sagen, wenn es ihn gäbe? bestimmt sagt er kichernd: „imago dei? seid ihr bekifft, ihr eitlen pimpfe? ihr wollt mein bild sein? ich lach mich tot.“

aber in psalm 8.6 lesen wir doch: „du hast ihn wenig niedriger gemacht als gott, mit ehre und herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“

krone der schöpfung? nur eine kronische selbstüberschätzung! diese möchte-gern-beinahe-götter behaupten selbstverliebt, ein kriegerischer vulkangott laufe ihnen nach, beäuge, bestaune, befreie und erlöse sie. wow! sehr schmeichelhaft fürs ego!

gewiss denkst du an 5. mose 4.32 bis 4.34: „frage nach den früheren zeiten, die vor dir gewesen sind … ob je so großes geschehen … sei, daß ein volk die stimme gottes aus dem feuer hat reden hören … ob je ein gott versucht hat, hinzugehen und sich ein volk mitten aus einem volk herauszuholen durch machtproben … durch krieg … und durch große schrecken, wie das alles … euer gott, für euch getan hat“. seitdem zelebriert das erwählte völkchen seine unheilbare nachbarvölker-phobie mit einem immensen verteufelungspotenzial.

die christen sind maximalst narzisstisch. sie sagen: „wir sind so toll, dass sogar gott junior auf die erde kam und sich für uns an ein kreuz tackern ließ. abrakadabra! upps-schwupps sind wir erlöst!“ zu diesem zweck beförderten sie einen gescheiterten wanderprediger zum welterlöser. wir lesen in johannes 3.16: „also hat gott die welt geliebt, daß er seinen … sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben … das ewige leben haben.“ und in hebräer 9.22: „ohne blutvergießen geschieht keine vergebung.“ wer diesen bizarren welterlösungszauber nicht zu glauben vermag, dem drohen sie unverhohlen in johannes 3.36: „wer dem sohn nicht glaubt, der wird das leben nicht sehen, sondern der zorn gottes bleibt über ihm.“ die christen zelebrieren seitdem eine ungläubigen-phobie mit einem immensen verteufelungspotenzial, denn in 1. johannes 3.8 und 3.10 steht geschrieben: „wer sünde tut, der ist vom teufel … daran wird es offenbar, welche die kinder gottes und die kinder des teufels sind.“

zerknirscht muss ich es zugeben: diese abwertende rede ist toxisch, denn sie reißt einen tiefen graben zwischen gläubige und ungläubige.

 

auszug aus sketch 5: grusel-jahwe: ein ggg-ggg-gott – die seltsamste erfindung, seit es fromme gibt

 

hi, hi! auf gott reimt sich nun mal spott! das weiß doch jeder. jedenfalls amüsiere ich mich köstlich, dass ein selbstverliebtes völkchen einen griesgrämigen, grantigen und grausamen gott erfand, der stets geehrt, gepriesen und geliebt werden will: also ein ggg-ggg-gott mit einem kuriosen image-problem.

das heilige völkchen wollte sich nur die vielfalt seiner erfahrungen begreiflich machen. jedes gruselige widerfahrnis, das ihnen auf ihrem lebensweg entgegenfuhr, verstanden sie als fügung gottes. es war der waghalsige versuch, das blanke entsetzen vor der bedrohlichen übermacht des unverfügbaren schicksals zu bewältigen.

bedenke aber: dies ist bloß das hirngespinst religiöser spinner. sie sprachen: „lasset uns einen gott ausdenken, der uns gleich sei! wir sind launisch, cholerisch, gewalttätig, empfänglich für schmeicheleien und stets begierig nach hochglanz-ego-politur. und so soll auch unser gott sein! wie wir erfinder, so unsere erfindung!“ warum begeisterten sie sich nicht für einen anderen gott: vielleicht ein spielendes kind oder einen gutmütigen uropi oder einen, zu wildestem schabernack aufgelegten lemur?

ich bin zerknirscht! warum plagte sich das heilige völkchen mit einem jähzornigen versagergott herum, der einen hang zu gewaltexzessen zeigte und ihnen sadistisch gefärbte unterwerfungsproben auferlegte?

ich frage keck: ist dieser gott eigentlich an hinterhältigkeit noch zu überbieten? bestimmt führte er auch seine erwählten lieblinge durch falsche verheißungen hinter die fichte. wir müssen unbezweifelbar konstatieren: 1. die erfüllung der angeblichen verheißungen an könig david blieb vollumfänglich aus. 2. die späteren verheißungen waren so kryptisch, dass das fromme völkchen bis heute rätselt, was wohl genau gemeint sein könnte. 3. schließlich kam es zum abbruch der verheißungen und fortan hält dein gott die klappe. das weiß nun jeder.

ich befürchte, du hast recht! bevor gott endgültig schwieg, forderte er sein heiliges völkchen auf: „gehe hin und ersinne ein füllhorn der allerlustigsten verheißungen, auf dass die welt schmunzle und jubiliere!“ so kam es in der persischen und hellenistischen zeit zu den köstlichsten verwirrungen unter seinen lieblingen. das gilt bis heute.

wow! eine göttliche idee! von 150 v. sok. bis 250 n. sok. wetteiferten hoffnungsfrohe welterlösungsspezialisten miteinander um die spitzfindigste antwort auf die verwegene frage: wer erfindet die witzigste verheißung? sagte der erste: „ich glaube, dass die heilszeit schon da ist, wir bemerken sie nur nicht.“ der zweite, ein schüler des ersten, frohlockte: „genau, wenn wir jetzt noch die persische fremdherrschaft abschütteln, den tempel in jerusalem neu aufbauen, einen davidischen könig inthronisieren, dann ist die welterlösung perfekt und wir bemerken sie auch.“ der dritte widersprach: „nee, ich mutmaße, dass die heilszeit zwar in kürze kommt, dass sie dann aber eine tiefgreifende weltenwende bringt.“ der vierte, ein schüler des dritten, präzisierte: „so ist es! in kürze wird der barmherzige in das weltgeschehen eingreifen und alle unsere feinde ausrotten.“ der fünfte, ein weiterer schüler des dritten, erwiderte: „so nicht! der erhabene wird dafür sorgen, dass uns – ich betone: uns!!! – die ganze welt zu diensten ist.“ säuselte der sechste sanft: „liebe brüder, ich vernahm soeben, dass der allgütige eine friedliche völkerwallfahrt zum berg zion vorgesehen hat.“ doch der siebte entgegnete: „geht alles gar nicht. die welt ist zutiefst verderbt und dem todsicheren untergang geweiht. man munkelt, dass der weltenlenker demnächst das weltenende mit einem großen knall einleiten wird und erst dann kommt die ewige heilszeit.“

eine vortreffliche kurzangabe der göttlichen unheilspläne. lass uns nun die verheißungen in diachroner und synchroner perspektive erörtern, damit die schabernackbegeisterten leser*innen unserer kätzerischen religionsphilosophischen satiere für gewiefte spaßvögel einen detaillierten überblick über den verblüffenden verheißungs-wirrwarr mit einem präzisen schriftbeweis erhalten.

 

auszug aus sketch 8: crazy-jesus: der falsche prophet von grusel-jahwe

 

gut! fassen wir die ergebnisse unserer amüsanten religionsphilosophischen reflexionen in unüberbietbarer klarheit zusammen. bedenke den bizarren heilsplan: 1. wir müssen gott kräftig ärgern. nenne dies sündigen! 2. gott junior wird für uns ans kreuz getackert. nenne dies erlösung! 3. wir glauben und bekennen der ganzen welt diesen albernen erlösungsquatsch und leiden bereitwillig dafür. nenne dies mission! 4. gott liebt uns aber nur, wenn wir diesen mumpitz so und nicht anders glauben und bekennen. andernfalls nenne dies irrlehre! 5. zur belohnung leben wir ewig, also wenn wir längst mausetot sind. nenne dies auferstehung! 6. falls wir aber kritische fragen stellen und vergnügt schmunzeln, werden wir verflucht. nenne dies den liebevollen zorn gottes! mal ehrlich: verstehst du das?

nein! ich verstehe es zwar nicht, aber ich glaube es trotzdem. nenne es die tägliche bedarfsdeckung an hochglanz-ego-politur!

lustig! denke erneut an den hauptdarsteller des welttheaters. wir fragten: wer war crazy-jesus? es gibt drei denk-optionen.

die erste denk-option lautet: jesus war tatsächlich ein gott!

dies wäre höchst ungewöhnlich und es müsste zweifelsfrei erwiesen sein. ich denke da an einen fälschungssicheren regenbogen mit einem eingravierten heilsplan als eyecatcher. also ein 3d-hologramm mit den magic-holo-worten: „einladung zur after-live-party! grusel-jahwe und sein sohn crazy-jesus lieben dich, du alter gauner!“ also ich hätte grusel-jahwe in dieser heilsentscheidenden angelegenheit einen eindeutigen fingerzeig empfohlen, sofern er mich zuvor gefragt hätte. denk an unsere glaubwürdigkeitsformel: „y sagt z“! wir mussten konstatieren: botschaft z unglaubhaft, botschafter y unglaubwürdig!

die zweite denk-option lautet: jesus war nur ein mensch! aber seine anhänger sahen in ihm den ersehnten messias und sie waren nach seinem gewaltsamen kreuzestod bitterlichst enttäuscht und völlig verzweifelt. was also sollten sie tun? das scheitern schönreden!

die kessen kognitionspsychologen nennen diesen betrüblichen mentalen zustand ‚kognitive dissonanz’ und sie meinen damit dies: es besteht eine krasse diskrepanz zwischen der garstigen wirklichkeit und den geheimsten wünschen. flugs lösten die enttäuschten diesen unangenehmen zustand auf, indem sie kühn verkündeten: „er ist von den toten auferstanden. doch sucht ihn nicht, denn er ist bereits wieder abgereist.“

kicher, kicher! sicherheitshalber beförderten sie ihren vermeintlich siegreich auferstandenen zu ihrem zweit-gott und sprachen: „noch fragen? beantwortet euch in kürze der dritt-gott!“ menschlich durchaus nachvollziehbar, indes nur eine spaßige ha-ha-halluzination!

ich mutmaße dies: die menschen müssen wohl sehr verzweifelt gewesen sein, wenn sie einen gescheiterten wanderprediger zu ihrem zweit-gott beförderten und dies nur, weil ihr erst-gott nicht mehr mit ihnen sprach. der philosoph blumenberg pflegte hier belustigt anzumerken: „wohl dem, der seine erwartungen an unbequeme tatsachen anzupassen vermag.“

die dritte denk-option lautet: jesus war nur ein mensch! dies wäre nichts ungewöhnliches und nichts, was eigens bewiesen werden müsste. doch er selbst hielt sich für den gottgesandten welterlöser. in diesem fall ist der möchte-gern-vize-gott ein scharlatan, denn sein vollmachtsanspruch ist nur dreiste anmaßung. so war es wohl!

meine liebreizende nachbarin, die samtpfötige perserkatzendame fräulein flausch, expertin für die misshandlung von wollsocken und zuständig für alle fragen zur erlösung vom bösen, verriet mir neulich unglaubliches. „lieber kater sokrates“, säuselte sie, „erinnerst du dich noch an meine fräulein-flausch-these in sketch 0? der vermeintliche welterlöser mit dem grenzenlosen ego-großartigkeitswahn litt an einem verzerrten selbst- und weltbild. die kognitionspsychologen nennen diese bizarren mentalen zustände ‚kognitive illusionen’ und sie meinen damit folgendes: 1. selbstüberschätzung: crazy-jesus überschätzte seine welterlösungskompetenzen. 2. selbstwertdienliche verzerrung: der gescheiterte wanderprediger bemühte sich störrisch, sein selbstbild als ich-bin-das-gottessöhnchen trotz aller gegenevidenzen aufrechtzuerhalten. 3. kontroll-illusion: der möchte-gern-weltenrichter traf die verwegene annahme, die weltereignisse durch sein verhalten bestimmen zu können. 4. bestätigungsfehler: seine wandergruppe interpretierte die ereignisse so, dass sie ihren erwartungen entsprachen. 5. emotionale beweisführung: die leichtgläubigen deuteten einst und deuten noch immer ihre sehnsucht nach welterlösung als beweis für eine bevorstehende parusie ihres welterlösers.“ abschließend wisperte fräulein flausch noch augenzwinkernd: „kater ben youssuf und kater al mustafa verrieten mir neulich, dass gott allahfred allen spaßbegeisterten wesen des planeten erde, die über mindestens vier einheiten megagaudi verfügen, ausrichten lässt, dass sein älterer bruder gott grusel-jahwe weder frau noch sohn hat. crazy-jesus war nur ein herumstreunender möchte-gern-messias.“