brief an göttin aschera

 

 ...es begab sich einige zeit nach der sintflut, als wir, die lustigen ahuramazdamen am1 bis am17 tollkühn beschlossen, die hi-hi-hirngespinste und die ha-ha-halluzinationen der menschen mit einigen apokryphen schriften zu bereichern. kichernd jubilierten wir: „ein wenig schabernack mit unseren inniggeliebten, gottesfürchtigen haustieren veredelt unser leben nachhaltig.“ ich, ahuramazda am13, verfasste einen fiktiven brief, der von gott jahwe an seine verflossene gattin, göttin aschera, gerichtet war. vergnügt packte ich den brisanten brief in meinen rucksack, kletterte auf mein getuntes moped und düste nach gelsenkirchen. dort angekommen überkam mich der hunger nach einer extraportion humorproviant. schnurstracks begab ich mich in eine bäckerei und traf einen möchte-gern-messias mit uralten jesusschluffen beim hostienkauf, der verbittert vor sich hingrummelte: „mitti baamhärzichkeit, da kannze manchma richtig fiesen ärger mit kriegen.“ nach diesem neckischen ereignis versteckte ich den brief in einer nahegelegenen höhle und ich werde dafür sorgen, dass er von einem frommen kater im jahre 3 n. trump gefunden wird. und solches soll geschehen.

lesen SIE nun den herzergreifenden brief von herrn grusel-jahwe an frau grusel-jahwe!

herzallerliebste aschera,

ich bitte dich inständig, komm zu mir zurück! seit du mich verlassen hast, ist nichts mehr gut in meinem kummervollen leben. ich bin total frustriert und sehr, sehr einsam. das verstehst du doch, oder? zugegeben, ich bin schon immer ein widerspruchsvoller und etwas sonderbarer kauz gewesen. ich weiß, dass du mich damals wegen meiner cholerischen anfälle verlassen hast. du wolltest immer, dass ich allgütig bin. sorry, das bin ich leider nicht. aber ich gebe dir eine kryptische verheißung für die zukunft: ich werde mich fortan bestimmt bessern.

sicherlich willst du wissen, wie es mir seit deinem überstürzten auszug aus dem himmel erging. nun, das reine nichts, das nur nichtet und sonst nichts tut, grauste mich alsbald und aus lauter kummer beschloss ich, eine welt mit menschen zu erschaffen. du weißt schon: creatio ex nihilo und so. ich bastelte also zwei menschen – adam und lilith –, setzte sie in den garten eden und was muss ich dir berichten: alsbald gabs ärger. warum müsst ihr frauen auch immer so emanzipiert sein? adam beschwerte sich, wollte sich sofort scheiden lassen und eine andere heiraten. ich sagte ihm, dass eine wiederverheiratung später nur grässlichen ärger mit den vatikanesen bringt. doch adam blieb uneinsichtig und drohte mir mit totaler verehrungsverweigerung, wenn ich ihm nicht schleunigst eine domestizierungsfähige frau beschaffe. was sollte ich also tun? ich gab nach und erschuf die eva aus seiner rippe. eine global bescheuerte idee! das ging aber auch nicht lange gut, denn sie war eine kleptomanin. ständig klaute sie mir die allerbesten früchte im garten. es blieb mir nichts anderes übrig, als die beiden rauszuwerfen und die cherubim als türsteher aufzustellen. ich sage dir: das mit der erschaffung der menschen war vielleicht die blödste schnapsidee, die ich je hatte. ich hätte mir ein anderes haustier anschaffen sollen. einen hamster oder so.

doch alsbald wurde es immer schlimmer. ich versichere dir, ich habe dem treiben der menschen wirklich viele jahre geduldig zugesehen. schließlich wurde es mir zu doof und ich beschloß, sie alle absaufen zu lassen. aber dann wäre ich wieder völlig allein und einsam gewesen. keiner hätte mich geehrt, gepriesen und geliebt. also ließ ich den noah und seine gofen überleben. schluchz, schluchz! ich sage dir, das hätte ich besser nicht tun sollen. aber woher sollte ich das auch wissen. schließlich bin ich nicht allwissend. seitdem bin ich schwer depressiv: ehe gescheitert, schöpfung gescheitert und der teufel nörgelt auch ständig an mir herum. ich habe schon daran gedacht, suizid zu begehen, aber da fiel mir ein, dass das ja gar nicht geht: schließlich bin ich gott, unsterblich und der ganze quatsch.

es tut mir aufrichtig leid, dass ich dich in der hebräischen bibel immer so darstellte, als seist du, göttin aschera, nur ein billiges flittchen. ich konnte einfach nicht zugeben, dass du mich wegen meines ungehobelten benehmens hast sitzen lassen. du weißt schon: meine ego-probleme und so. aber jetzt sehe ich ein, dass ich dich schwer kränkte, als ich könig manasse von juda unflätig beschimpfte, weil er im tempel von jerusalem statuen aufstellte, um dich und unseren gemeinsamen sohn, gott baal, zu ehren. ich weiß jetzt, dass ich einen unverzeihlichen fehler machte, als ich könig josia – den enkel manasses – ausdrücklich lobte, dass er diese statuen wieder vernichtete. ich flehe dich untertänigst an: allerliebste aschera, entschuldige meine klein-karierten eifersüchteleien. zu gerne würde ich alles wieder in ordnung bringen, aber vermutlich werden die juden dann nicht mehr auf mich hören. in 2. könige 23.4 steht ausdrücklich über könig josia: „der könig gebot, daß sie aus dem tempel des herrn hinaustun sollten alle geräte, die dem baal und der aschera gemacht waren. und er ließ sie verbrennen draußen vor jerusalem im tal kidron und ihre asche nach bethel bringen.“

übrigens: es stimmt nicht, wenn die christen behaupten, ich sei zwischenzeitlich mit maria verheiratet und hätte mit ihr einen sohn namens jesus. ich schwöre dir, ich würde niemals eine andere frau begehren, geschweige denn schwängern – und schon gar nicht eine frau aus fleisch und blut, vielleicht noch mit hängebrüsten und schweißfüßen. was in der bibel der christen steht, ist alles ein riesengroßer schwindel!

ich flehe dich an, allerliebste aschera, komm flugs zu mir zurück! ich liebe dich noch immer. dann kann ich auch endlich die sache mit dem weltuntergang durchziehen. die menschen warten schon seit mindestens 2.000 jahren sehnsüchtig darauf und sagen frohgemut: „hurra! nächstes jahr geht die welt unter. der herr hats gesagt!“ glaube mir, ich kann den weltuntergang nicht länger verschieben, sonst werde ich total unglaubwürdig.

 

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 die apokalypse des teufels

 

meine allerliebste freundin ahuramazda am17 sprach neulich zu mir: „ich finde, wir sollten den menschen unbedingt eine alternative perspektive auf das welttheater bieten. was hälst du von einer apokalypse des teufels? bislang lesen unsere haustiere immer nur, was grusel-jahwe dachte und sagte, doch nun sollen sie in 20 versen erfahren, wie der teufel die dinge sieht. ein wenig übung in perspektivenübernahme tut den menschen gut.“ „megaspaßig!“, jubilierte ich voller bewunderung, „die teuflische apokalypse eines himmlischen whistleblowers! davon hat die welt bestimmt noch nie gehört!“

1. dies ist die apokalypse, die ich, der teufel verfasste, um kundzutun, was einst im himmel geschah! selig ist, der da liest, denn er wird frohlocken!

2. im himmel ist ständig der teufel los. von wegen beglückende nähe gottes. immer gibt es zoff. unser chef ist wirklich widerlich. was soll ich sagen? grässlich! megagrässlich! einfach nicht auszuhalten im himmel!

3. der alte knilch ist griesgrämig, grantig und grausam. und dennoch will er von uns stets geehrt, gepriesen und geliebt werden. doch ich frage mich: wofür eigentlich? offen gestanden: niemand kann ihn wirklich leiden.

4. zugegeben, ein paar arschkriecher gibt es schon unter den engeln. also verstehen SIE mich jetzt nicht falsch: unser chef hat nicht wirklich einen arsch. das war nur eine metaphorische redeweise, die ich bei den menschen aufgeschnappt habe.

5. regelmäßig wird im himmel gegen den chef geputscht. es nützt nur nichts, denn wir werden den alten knilch einfach nicht los. SIE wissen schon: unsterblicher gott und so.

6. immer muss ich armer teufel als sündenbock herhalten. ich werde dann regelrecht verteufelt. dabei versuche ich lediglich, die allerschlimmsten managementfehler im himmel wie auf erden zu verhindern.

7. stellen SIE sich vor, da kommt der chef doch unlängst auf die aberwitzige idee, auf dem planeten erde menschen aus lehm zu basteln, um diese dann als seine ergebenen haustiere zu halten. sozusagen eine art hamsterzucht.

8. „grusel-jahwe“, schrien wir alle entsetzt auf: „mach das bloß nicht, das geht bestimmt in die hose!“ also verstehen SIE mich jetzt nicht falsch: unser chef trägt nicht wirklich eine hose. das war nur wieder eine metaphorische redeweise, die ich bei den menschen aufgeschnappt habe.

9. wo war ich gerade? ach so ja, weltschöpfung mit haustier und so. wie erwartet, ging natürlich alles global daneben. wir himmelsbewohner mussten dann vierzig tage und nächte lang unmengen wasser schleppen und über dem planeten erde auskippen, bis fast alle abgesoffen waren.

10. aber was soll ich sagen? der alte knilch ließ doch tatsächlich einige haustiere übrig und damit ging der ärger von vorne los. war natürlich vorherzusehen. aber der chef hat es ja nicht so mit der vorsehung. prahlt zwar ständig damit rum, indes, ich frage: warum muss er dann heilspläne erfinden?

11. und dann kam die megapeinliche story: welterlösung für das renitente haustier. zuerst lachten wir nur, als unser chef von einem blutopfer faselte. doch dann wurde uns klar, dass einer von uns auf den planeten erde gehen soll, um sich an ein kreuz tackern zu lassen. das sollte dann als welterlösung durchgehen. total bescheuert, finden SIE nicht auch?

12. „grusel-jahwe“, riefen wir alle empört, „du hast wohl nicht alle latten am zaun.“ also verstehen SIE mich jetzt nicht falsch: unser chef hat weder einen zaun noch irgendwelche latten daran. handwerklich ist er ohnehin völlig unbegabt. das war nur wieder eine metaphorische redeweise, die ich bei den menschen aufgeschnappt habe.

13. natürlich war keiner von uns bereit, den job zu übernehmen. warum auch? nur weil der chef wieder eine dieser spleenigen ideen ausbrütete und sich dann auch noch total barmherzig vorkam, sollte einer von uns … nee, geht gar nicht!

14. „geh doch selbst und lass dich ans kreuz tackern“, sagten wir alle zu ihm. eine vage hoffnung keimte in uns auf. vielleicht wären wir ihn dann endlich los. aber es war ja zu erwarten, dass er den job nicht selbst erledigen würde.

15. stattdessen brummte er nur verdrießlich: „na gut, dann such ich eben einen galiläischen wanderprediger, ernenn ihn zum messias und behaupte, er sei mein adoptivsohn und dann lass ich ihn ans kreuz tackern.“

16. „hi, hi! irgendeinen durchgeknallten möchte-gern-messias wirst du schon finden“, kicherten wir. wir ahnten ja nicht, dass diese spinner geradezu schlange stehen, um ein messias zu werden. die sache mit dem kreuz hatte der alte knilch aber vorsichtshalber nicht erwähnt.

17. der erwählte galiläische wanderprediger zog den heilsplan dann gnadenlos durch. aber irgendwie ging doch wieder alles schief. der kerl bestand nämlich auf sofortiger auferstehung und anschließender himmelfahrt. the boss was not amused.

18. der alte knilch ist übrigens seither noch viel verdrießlicher. zwischenzeitlich rufen ihn täglich über zwei milliarden menschen aus ihren echokammern an. das rudelbetteln kann er ja gar nicht leiden. aber am allermeisten ärgert ihn, dass nun alle auf auferstehung und kostenloser himmelfahrt bestehen.

19. „grusel-jahwe“, rief ich höchst entsetzt, „du kannst nicht milliarden von haustieren in den himmel kommen lassen. denk nur an den ganzen dreck, den diese viecher immer machen.“

20. „wo du recht hast, hast du nun mal recht“, sagte grusel-jahwe. „also, update der göttlichen anordnung: keine haustiere in den himmel!“ das ist die frohe botschaft – für uns! puh!

 

 

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die jesus-apokalypse zur welterlösung

 

sind SIE auch fasziniert vom göttlichen heilswirken? ahuramazda am15 verfasste einst eine jesus-apokalypse und versteckte sie an einem geheimen ort. diese heilsentscheidende schrift wurde bislang noch nicht gefunden. sie beschreibt den erbitterten streit zwischen grusel-jahwe und seinem adoptivsohn crazy-jesus über die welterlösung.

hier eine kleine leseprobe aus der jesus-apokalypse für die spaßbegeisterten leser*innen:

1. die göttliche vorsehung sah vor, dass der brief, den grusel-jahwe einst an seine exgemahlin, göttin aschera, geschrieben hatte, unbeantwortet blieb. göttin aschera kam nie zu ihrem ex zurück. grusel-jahwe war völlig verzweifelt und überlegte, was nun zu tun war. da kam ihm eine verwegene idee.

2. es begab sich zu jener zeit, als jesus, ein gutaussehender junger mann, in galiläa lebte. er war stets gut gelaunt und alle seine freundinnen nannten ihn zärtlich crazy-jesus. da sprach grusel-jahwe zu ihm: „hör endlich auf, den frauen hinterherzusteigen und mach etwas anständiges aus deinem leben!“

3. „was soll ich tun?“, fragte crazy-jesus völlig verdutzt. „erlös die welt!“, antwortete grusel-jahwe. „iiich? die welt erlösen? spinnst du?“, empörte sich crazy-jesus. „ich befehle dir: erlös die welt!“, donnerte grusel-jahwe. „warum soll iiich die welt erlösen? duuu hast doch die schöpfung global vermasselt! was hab ich damit zu tun? warum gerade iiich? und überhaupt, wie soll das denn gehen: welterlösung?“, fragte crazy-jesus halb genervt und halb beunruhigt.

4. grusel-jahwe sprach: „also die welterlösung geht so: du gehst jetzt schnurstracks an den jordan und lässt dich von johannes taufen. dort werde ich dich offiziell adoptieren. schließlich bist du der uneheliche sohn der maria und brauchst für deine weitere weltkarriere dringend einen rechtmäßigen vater.“

5. „ich will aber gar nicht von dir adoptiert werden. man liest ja so einiges über deine cholerischen wutanfälle. im übrigen bin ich bislang auch ganz gut ohne vater klargekommen“, wehrte sich crazy-jesus.“ „halt die klappe, du vorlauter gof und tu, was ich dir befehle!“, schrie grusel-jahwe in seinem unerbittlichen zorn. „ist ja schon gut“, besänftigte ihn crazy-jesus „bevor du völlig austickst, mach ich es eben.“

6. „woran merke ich, dass ich gerade adoptiert werde?“, fragte crazy-jesus neugierig. „ich schick eine taube vorbei, die wird dir drei eier auf den kopf legen. wenn dies geschieht, werden dich alle lobpreisen und rufen: ei, ei, ei, der neue messias!“, erwiderte grusel-jahwe. „das ist ja eine bescheuerte idee! und das soll die welterlösung sein?“, entrüstete sich crazy-jesus.

7. „nun, der eigentliche akt der welterlösung kommt noch“, deutete grusel-jahwe geheimnisvoll an. „aha, dachte ich es mir doch, dass die welterlösung nicht so einfach geht“, sagte crazy-jesus, nun richtig misstrauisch geworden. „du wirst dich ans kreuz tackern lassen“, sprach grusel-jahwe mit strenger stimme. „ans kreuz tackern lassen? das tut doch höllisch weh!“, entgegnete crazy-jesus völlig verängstigt.

8. „stell dich nicht so blöd an! ist ja nur für einige stunden. ich werde dann durchblicken lassen, dass ich durch dein blutopfer mit der welt versöhnt bin“, sprach grusel-jahwe feierlich. „hey, alter, du bist voll peinlich! ein menschenopfer als welterlösung? ich glaubs ja nicht! fehlt nur noch, dass die menschen dann mein fleisch mampfen und mein blut schlappern müssen, sozusagen zur erinnerung an die welterlösung. wie unzivilisiert ist das denn?“, entrüstete sich crazy-jesus.

9. „tu gefälligst, was ich dir sag! geh jetzt zum jordan, bevor du über die wupper gehst. lass unterwegs die finger von den weibern! aus eigener leidvollen erfahrung weiß ich: emanzipierte weiber bringen nur ärger!“, donnerte grusel-jahwe unerbittlich.

10. „was springt eigentlich für mich heraus?“, fragte crazy-jesus. „siehe, du wirst weltberühmt werden. überall auf der welt werden dann prächtige kirchen als echokammern gebaut und es werden sich übergroße kruzifixe mit gips-jesussen darin befinden“, versprach grusel-jahwe. und siehe, diese weissagung erfüllte sich alsbald und diese gips-jesus-echokammern waren die erfolgreichsten, die das welttheater jemals sah.

11. „was passiert, wenn ich es nicht mach?“, fragte crazy-jesus vorsichtig. „frag nicht so blöd! du weißt doch, was bislang mit dem aufmüpfigen gesindel geschah. hast du vergessen, was über mich geschrieben steht?“, drohte grusel-jahwe. „ich weiß, du hast einen fürchterlichen ruf. aber du könntest mich ja nach dieser bescheuerten aktion wenigstens auferstehen lassen“, verlangte crazy-jesus.

12. „ha, ha, ha, super lustig! und dann willst du auch noch eine kostenlose himmelfahrt und wenn du erst einmal hier bist, wirst du gegen mich putschen und die himmelsbude übernehmen. das kommt gar nicht in frage!“, wetterte grusel-jahwe erbost.

13. was also blieb dem armen crazy-jesus anderes übrig, als sich ans kreuz tackern zu lassen? doch zuvor wanderte er durch ganz galiläa. gemäß der logienquelle q verkündigte er lebensdienliche worte, wie in matthäus 13.15 vermerkt: „denn ihre ohren hören übel.“ und dann folgten q-tipps zur entrümpelung der ohren und upps-schwupps ereignete sich wunderbares in 13.16: „aber selig sind eure ohren, daß sie hören.“